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Hypnose, Systemaufstellungen, Beratung und Coaching in Wittenberg

 

Hallo liebe Leserin,
hallo lieber Leser!

Sommerzeit - Lesezeit.
Im Urlaub am Meer oder in der gemütlichen Berghütte - egal wo Du in diesem Jahr Deinen Urlaub verbringst - sicher hast Du ein Buch dabei.

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe und wer es gesagt hat (haben soll):
Bücher lesen heißt, in anderer Menschen Leben zu sein.

Nun ja, dagegen ist ja nichts einzuwenden. Wenn man trotzdem sein eigenes Leben lebt. Aber wer kann das schon von sich sagen? Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wie groß - oder wie klein - der tägliche Anteil ist, in dem Du so ganz präsent und nur bei Dir bist? Was tust und denkst Du so tagein, tagaus für und über andere?
Wie viel fremdbestimmt (re-)agierst Du? Wie viel ist "lästige Pflicht", wie viel tust Du aus dem Herzen und mit dem Herzen? Wobei auch Pflichterfüllung aus dem Herzen kommen kann. Ich meine hier aber diese gefühlte Fremdsteuerung, Automatismen, über die Du vielleicht gar nicht mehr nachdenkst.

Wenn Bücher dazu anregen, das eigene Erleben und Leben zu reflektieren, dann lohnt es sich doch auch einmal im Leben anderer Menschen zu wandeln - Oder?

Doch nun auf zu den Themen dieses Praxis-Briefes. Im ersten geht es um ein Erlebnis, das ich hatte und das mich ziemlich beschäftigt hat.
Das zweite kommt aus dem Praxisgeschehen. Ein Fall wie viele und doch sehr spezifisch.

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1. Eine kleine Geschichte

Manchmal re-agieren wir viel zu heftig, zu unüberlegt oder ungewollt. Woher kommt das?
Wir sitzen alten Mustern auf. Und keiner kann uns diese alten und meist auch völlig überholten Verhaltens- und Reaktionsweisen deutlicher vor Augen führen als andere Menschen. Sie spiegeln. Besonders prädestiniert dafür sind der eigene Lebenspartner und unsere Kinder!

Die Menschen, die uns am nächsten stehen, verletzen uns am meisten. Wie kommt das?
Eigentlich müssen wir anders fragen: Will sie/er mich überhaupt verletzen? Oder fühle ich mich nur verletzt?

Hier liegt der entscheidende Schritt in Richtung Besserung und der Schlüssel für das erhoffte Glück und Wohlergehen.

In diesem Artikel geht es um eine kleine Begebenheit am Rande des Stadtfestes in Wittenberg. Ganz alltäglich. Und nur eine Begebenheit im Leben des kleinen Mädchens. Aber wie oft wiederholt sie sich? Wie sehr wird das Kind dadurch geprägt?

Verletzte Selbstwertgefühle, ein verschobenes Selbstbild sind Themen, mit denen sich jeder erwachsene Mensch auseinander zu setzen hat.
Bist Du zu Selbstliebe und -akzeptanz angehalten worden? Oder warst (bist?) Du auf "Gefallen" und "Gutsein" programmiert?

Wie weit hast Du die alten Muster abgelegt? Es reicht nicht, wenn man weiß, dass es so war. Gefühle und Emotionen, die uns unverhofft überrumpeln oder sich einfach nur melden zeigen an, dass ein Teil in uns noch nicht zum Ganzen, nämlich zum ganzen Selbst(bild) gehört. Darauf wartet erkannt, angenommen und integriert zu werden.

Dazu ein Beispiel aus der Praxis:

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2. Das ganz normale Leben

Eine Frau um die 60 kam zur Beratung. Sie war in der 3. Partnerschaft ... und wieder war diese am Zerbrechen.
Beim genaueren Hinschauen stellte sich heraus, dass sie alles für ihren Mann tat. Sie "verwöhnte" ihn nach allen Regeln der Kunst ... und wurde irgend wann nicht mehr gewürdigt. Völlig ratlos und zusammengesunken kam sie in die Beratung. Sie erzählte mir, was sie alles für den Partner getan hatte. Die Liste war lang. Und mit meiner Frage: und was haben Sie in all' den Jahren für sich getan? - stach ich in's Wespennest.

Strategien, die jemand im Laufe des Lebens entwickelt hatte, waren nicht (mehr) erfolgreich.  Jahrelang funktionierten sie. Was war geschehen? Sie hatte getan, um zu ... bekommen. Liebe, Anerkennung, Nähe.
Gut verpackte kindliche Wünsche. Bis dahin war ihr das nicht bewusst. Aber als ich es angesprochen habe, brachen entsprechende Gefühle aus ihr heraus. 
In diesem Moment erkannte sie ihre Strategie, ihr altes Muster. Nun war etwas an's Licht gekommen, fristet also kein Schattendasein mehr, ist nicht mehr bedrohlich. Entsprechende Erinnerungen und Parallelen tauchten auf - und der tiefe Wunsch nach Veränderung.

Natürlich haben sich im alltäglichen Umgang Handlungsweisen, Sätze, Gedanken usw. eingeschlichen und eingeschliffen. Aber das, was als Nährboden dahinter lag, war ihr nun bewusst geworden und sie kann nach und nach ihr Verhalten ändern.

Wahrscheinlich braucht sie dafür noch eine gewisse Zeit, auch wenn wir in Hypnose schon Wesentliches verankern konnten. Denn "die Seele" ist etwas langsamer als wir es manchmal gern hätten. Allerdings geschehen Veränderungen auch unbemerkt so ganz nebenbei. (siehe dazu auch Hypnose)

Nun können wir die Kindheit nicht wiederholen, nicht die Streicheleinheiten und  Liebkosungen der Mama und nicht die Anerkennung des Geleisteten durch den Papa nachholen. Es bleibt uns nichts weiter übrig, als diesen "mangelbehafteten" Teil von uns selbst genau so zu lieben, wie den starken selbstbewussten Menschen, den wir gern zeigen. Wir müssen den "Bedürftigen" nicht zur Schau tragen, dürfen ihn aber auch nicht unterdrücken und verstecken.

Wenn wir uns immer besser kennen lernen, erkennen wir unter anderem, dass es da gar nichts zu verstecken gibt. Und wenn wir das erkannt haben, uns zeigen können, wie wir sind, ein Gespür entwickeln für das rechte Tun - oder auch Lassen, dann fühlt sich das Leben gut an.
Sich selbst erkennen, durchschauen, annehmen und lieben ist eine lebenslange Aufgabe, der wir uns nicht entziehen können, wenn wir uns körperliches und selisches Wohlergehen wünschen. 

Wenn Du meinst, dass für Dich jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen ist, um endlich die ausgetretenen Wege zu verlassen - gern unterstütze ich Dich in Deinem Erkenntnisprozess.

Telefonisch erreichst Du mich unter 03491 - 62 86 534 oder sende mir eine Nachricht.

Unliebsame Gewohnheiten ablegen und das wirklich Wichtige im Leben erkennen, das ist eine dankbare Angelegenheit.

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Und zu guter Letzt ...

Um die Themen "Tun und Lassen" dreht es sich auch in der nächsten Ausgabe.
Außerdem geht es um Veränderungen.
... denn manchmal brauchten wir nur unseren Blickwinkel zu ändern.

"Kannst du einen Stern berühren?"

"Ja!", sagte das Kind, beugte sich herunter und berührte die Erde.

(Alexander Humboldt)

Ich wünsche ich Dir eine glückliche Sommerzeit.

Herzliche Grüße
Monika

Wittenberg, den 28.07.2017

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