Dieser Brief  geht an Interessenten, Teilnehmer an Vorträgen und Seminaren sowie (ehemalige) Klientinnen und Klienten. Falls Sie irrtümlich in den Verteiler geraten sind oder diese Termin- und Sonder-Informationen nicht mehr bekommen möchten, dann melden Sie sich bitte ganz einfach über den Link am Ende ab.

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Hypnose, Systemaufstellungen, Beratung und Coaching in Wittenberg

 

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser!

Wie angekündigt: es geht heute um die Paarbeziehung. Egal ob Du in einer langjährigen Beziehung lebst oder frisch verliebt bist, auch wenn da gerade etwas zu Ende ging und Du die schmerzhaften Stunden der Einsamkeit und Trennung durchlebst.
Dieser (heute recht ausführliche) Praxis-Brief  könnte Dir "ein Licht aufgehen lassen". Ich möchte Dir Denkanstöße geben und zwei wichtige praktische Tipps. Wenn Du Dich angesprochen fühlst, kannst Du damit einen Prozess in Dir auslösen.
... damit Deine (nächste) Paarbeziehung (noch) besser wird.

Wertvolle Erkenntnisse und viel Freude beim Lesen!

Noch eine Bemerkung vorweg: Ich nenne der besseren Lesbarkeit wegen jeweils nur "den Partner". Natürlich gilt Gleiches für die  Partnerin.

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Die Paarbeziehung "organisieren"

Partnerschaft so leben, dass jeder der Beiden größtmögliche Freiheit und Autonomie empfinden kann. Aber auch der Zusammenhalt, das Gemeinsame muss gepflegt werden. Die eigenen Grenzen und die des Partners berücksichtigen und achten. Konsequent das Eigene leben - sich trotzdem liebevoll zugewandt bleiben.

Manchmal fühlt es sich wie ein Spagat an, der kaum auszuhalten ist. Zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig an Nähe, gemeinsamem Erleben und Tun  das richtige Maß finden ist ein ständiger Prozess. Nur wenn wir mit Bewusstheit beobachten, können wir auch verändern. Nie aber das Leben des Partners - immer nur das eigene.

Auch das Organisieren ist dabei tatsächlich wichtig. Es sollte sich allerdings auf das Alltägliche - auf Pflichten, Aufgaben, aber auch Rechte und Freiheiten - beziehen. Damit entzieht man dem "Kleinkrieg" den Nährboden. Damit bleibt Raum für das Wesentliche der Beziehung.

Aber wie sieht es tatsächlich aus? Was ist das Wesentliche in Deiner Liebes- oder Paarbeziehung?
In vielen (v.a. langjährigen) Partnerschaften wird die Beziehung "verwaltet". Man hat gemeinsame Ziele. Kinder, Erlebnisse, materielle Ziele. Und wenn die erfüllt sind? Oder einfach nicht erreicht werden? Was dann?

Mein erster praktischer Tipp: Schaut Euch in die Augen.
Setzt Euch gegenüber und blickt Euch "ohne Absicht" in die Augen. Also mit "weichem Blick" ohne etwas ergründen oder bewirken zu wollen. Hier kannst Du das Wesentliche erkennen. Ist es noch da?

Es geht dabei nicht um ein bohrendes, fragendes oder vorwurfsvolles Gucken oder Hinsehen. Hier geht es um Präsenz. Mit dem offenen Blick dem Anderen zeigen: ich bin da. So bin ich.
Schauen, ohne etwas zu wollen. Dem Gegenüber einfach nur in die Augen schauen. Und sich ebenso anschauen lassen.
Beobachte Deine Gefühle und Emotionen! Was sagt der Körper dabei und dazu? Welche Gedanken rasen durch Deinen Kopf?

Anfangs mag es Widerstand geben. Und wenn er sich auflöst ... hat sich damit eine wesentliche Barriere, die zwischen Dir und Deinem Partner stand, aufgelöst. Das Ergebnis wirst Du umgehend spüren!

Nochmals zur Erinnerung: im letzten Newsletter hatte ich auf ein kurzes Video zum Thema Blickkontakt verwiesen. ... falls Du mehr 'Anleitung' möchtest.

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Die Paarbeziehung neu gestalten

Vor einigen Wochen hatte ich mit meinem Mann eine Diskussion über den Begriff "gestalten" im Kontext der Paarbeziehung. Also so ungefähr: was können wir tun, um unsere Beziehung ... (lebendiger, inniger, freier ...) zu gestalten?

Unsere Antwort war sehr schnell gefunden: nichts!

Wir unterliegen hier dem Trugschluss, dass die Beziehung ein Gegenstand ist, den wir anschauen und formen könnten. Ist das so? Wir können die Beziehung beeinflussen - aber gestalten können wir sie nicht.
(siehe dazu auch diesen kurzen Artikel)
Das Einzige was wir wirklich tun können ist, uns selbst zu verändern. Unser Denken, unser Verhalten, unser Handeln, unsere Persönlichkeit können wir entwickeln.
Und damit verändern sich automatisch die Beziehungen zu anderen Menschen - auch die zum Partner.

Wir können unseren "Blick schärfen", unsere Sinne schulen, indem wir den Fokus und die Art und Weise der Betrachtung verändern. Ein Problem von einer ganz anderen Seite her ansehen und angehen. Der Tunnelblick, den wir entwickelt haben heißt in der Fachsprache "selektive Wahrnehmung". Wir sehen also gar nicht das Ganze, sondern nur einen Teil. Und - hier greift ein Gesetz der Quantenphysik - das was beobachtet wird, wird energetisch aufgeladen.

Daraus ergibt sich der Sinn jeder Beratung und jedes Coachings: der Klient erweitert seinen Blickwinkel. Wie oft habe ich dann schon den Satz gehört: So habe ich das noch gar nicht gesehen. Manchmal bezieht er sich auf eigenes Verhalten, manchmal auf die Beziehung und damit den anderen Menschen. Immer ist es aber eine Erkenntnis, die von innen heraus entstanden ist, sich entfaltet hat und damit - ohne das übliche und bewusste Lernen - ab sofort und für immer unwillkürlich zur Verfügung steht!

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Spieglein, Spieglein an der Wand ...

Oft nervt uns etwas an anderen Personen. Und wenn wir genauer hinschauen, es ist unsere eigene (vermeintliche) Schwäche. Schauen wir uns diesen "Makel" bei uns selbst an, dann können wir die negativen Verknüpfungen, die er auslöst, beheben.  Das störende Etwas beim Partner verschwindet gleich mit, denn er ist unser Spiegel.

Ich weiß, es klingt hier recht einfach und so, als ob wir uns 'mal schnell das eine odere andere unliebsame Detail vornehmen könnten. Manchmal ist dieses Spiel auch recht offensichtlich. Aber es gibt auch verstecktere Muster und Strategien, denen man nicht so leicht auf die Schliche kommt.

Auch hier gilt wieder: das Leben - auch das eigene - ist nur begrenzt gestaltbar. Es gibt Entwicklungsprozesse, die (viel) Zeit in Anspruch nehmen. Das Denken ist entwicklungsgeschichtlich eine recht junge Disziplin, sowohl in der Menschheitsentwicklung insgesamt als auch in der eigenen Persönlichkeitsbildung. Davor (in der Kindheit) liegen Spüren und Fühlen.

Wir können uns also über unsere körperlichen und emotionalen Empfindungen nur bedingt mittels unserer Gedanken hinweg setzen. Ich werde nicht müde zu sagen, dass wir unliebsame Gefühle und Emotionen nicht ignorieren dürfen.
Du weißt was geschieht, wenn ein Kind missachtet wird! Es findet Wege auf sich aufmerksam zu machen!
Erst ein Erkenntnisprozess auf mehreren Ebenen löst uns aus der scheinbaren Gefangenschaft der blockierenden Muster und Projektionen.

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Selbstliebe - tu' es für Dich

Wir können nur mit Liebe etwas bewirken. Selbstakzeptanz ist die Voraussetzung der Selbstliebe. Spür' doch einmal genauer hin, wenn Du in Frust oder Ärger oder Wutgefühlen steckst. Akzeptierst Du Dich in diesem Moment? Von Lieben ganz zu schweigen.

Geh' zum Spiegel und schau Dir in die Augen. Sei ehrlich mit Dir!
Du wirst merken, dass sich in Dir etwas bewegt. Welche Gefühle und Emotionen kommen (zusätzlich) auf? Welche Impulse gibt es? (Achtung: wenn es zu heftig wird - nicht den Spiegel zerschlagen!)

Dieses ist eine sehr wirksame Übung und mein zweiter praktischer Tipp
Wenn Du das tatsächlich bei der nächsten Gelegenheit anwendest - anstatt nur zu lesen - kannst Du damit sehr viel über Dich erfahren.

Und ob es Dir gefällt oder nicht, was Du dann wahrnimmst ist in Dir. Verleugnest Du es, entfaltet es seine Wirkung aus dem Unbewussten, dem Schatten heraus, aus dem Untergrund. Das kann weitaus gefährlicher werden, als sich dem eigenen Spiegel-bild einmal zu stellen.

Nimm einfach erst einmal wahr, was in Dir abläuft. Und weiter - nimm diesen Menschen im Spiegel liebevoll an. Sieh die Tränen, die Wut, den Schmerz, die Traurigkeit ...
Sag' Dir: 'Ja - auch das bin ich.' Sag es mit Liebe. Kein Bedauern entwickeln,  nichts schönreden. Nimm das, was Du da siehst in Dein Herz, mit Liebe. Dann fühlt sich dieser erregte Mensch im Spiegel - also ein Teil von Dir selbst - so angenommen wie er ist. Und das ist unser aller tiefster Wunsch, so angenommen sein, wie man ist.

Ja - es ist ein kindlicher Wunsch. Und ja, er darf auch im Erwachsenen vorhanden sein - wenn man ihn als kindlichen Wunsch an-erkennt.
Wenn Du Dich also selbst akzeptierst und annimmst, brauchst Du nicht mehr um die Liebe anderer zu buhlen. Du musst Dich nicht ver-stellen, nicht anpassen. Du bist ganz einfach Du selbst. Es stellt sich ein Gefühl der Ruhe ein.

- Und mit fortschreitendem Praktizieren nimmt auch Dein Umfeld Deine Veränderung  wahr. Genau so wohltuend wie Du selbst.

Übrigens ist das auch die Vorgehensweise in der (Hypnose-) Sitzung. Ich konfrontiere den Klienten mit unbewussten Aspekten seiner Persönlichkeit. Manchmal steht man selbst eben zu dicht vor dem Spiegel. Oder eine innere unbewusste Stimme schützt uns vor dem, was sichtbar und fühlbar werden könnte. Dann ist ein Begleiter auf dieser Reise zu sich selbst unverzichtbar - vorausgesetzt Du möchtest weiter kommen, Deine Persönlichkeit weiter entfalten.

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Neue Liebe - altes Spiel?

Frage: hast du vorhergehende Beziehungen wirklich gut abgeschlossen?
In der Beratungspraxis zeigt sich immer wieder, dass da eine große Lücke zwischen gedachtem und gefühltem "Ja" besteht.

Es kann sein, dass da alte Verletzungen sind. Oder Schuldgefühle. Und aus Angst vor neuen Verletzungen oder aus Scham wieder etwas falsch zu machen - verschließt Du Dich. Du meinst zwar, dass Du Dich Deinem neuen Partner gegenüber locker und liebenswert gibst. Aber dessen Wahrnehmung bezieht viel mehr ein, als Du Dir vorstellen kannst. Also könnte er sich fühlen, als stünde er (zumindest teil- oder zeitweise) vor einer verschlossenen Tür.

Und je nach dem - wird er unsicher oder eindringlicher.

Das wiederum ruft bei Dir ein Verhalten hervor, das Dir signalisieren könnte: der ist nicht ehrlich oder zu drängend ... und aus der neuen Liebe wird die alte Geschichte.

Bei solchen sich wiederholenden Abläufen in den Paarbeziehungen lasse ich meine Klienten immer in einer speziellen Hypnosesitzung auf die vergangenen Partner schauen. Dabei kommt das zum Vorschein, was im Alltag (bewusst oder unbewusst) verdrängt wurde - aber immer noch wirksam ist.

Auch wenn Du Dich aus vergangenen Paarbeziehungen (scheinbar) gelöst hast, nimmst Du Dich selbst mit in die neue - und Deine Sicht auf die Welt  ...

Wir alle haben mehr oder weniger Angst vor Veränderungen. Altes Verhalten, alte Muster gaukeln uns Sicherheit vor. Wir meinen, uns so zu kennen und mit diesen Strategien und Taktiken gut durch das Leben zu kommen.

Aber ist es wirklich das Beste? Und wenn es schon nicht das Beste aber wenigstens gut wäre, würdest Du dann unzufrieden, frustriert, verärgert, genervt, traurig, unerfüllt ... sein? Mit wieviel Prozent Deines Lebensspektrums bist Du absolut zufrieden?

Und was ist mit dem Rest?  Möchtest Du klagen, an-klagen - oder Veränderungen einleiten? Energie- und damit Entwicklungsstau macht hart. Willst Du festhalten an Altem, starr und steif werden wie ein alter knorziger Baum? Schau wie brüchig und rissig der ist! Eine kurze Windböe kann ihm schon die Äste kosten.
Oder möchtest Du, dass das Leben in Dir fließt?

Weitere Aspekte speziell dazu im Blog-Artikel: Ein besseres Leben bitte!

Natürlich kannst Du Deine ganz individuelle Situation und mögliche Lösungswege gern mit mir besprechen.
Du erreichst mich telefonisch unter 0 34 91 - 62 86 534
oder Du sendest mir eine Email .

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Damit schließe ich heute den langen Praxis-Brief. Zugegeben, ich habe auch etwas länger als sonst daran geschrieben.

Ich hoffe, dass Du viele Anregungen für DEIN gutes Leben daraus entnehmen kannst. Das ist jedenfalls mein Wunsch, der mit diesem Newsletter auf die Reise geht.

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Zeit.

Herzliche Grüße
Monika

Wittenberg, den 14.10.2016

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Vorschau auf den nächsten Praxis-Brief

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. ..."
Dieses Gedicht von R.M.Rilke wird Aufhänger sein, damit Du Deinen eigenen Entwicklungsprozess in Zukunft zustimmend und wohlwollend beobachten kannst.

Und außerdem geht es um:
Männer, die ganz Mann sein wollen und
Frauen, die verlernt haben, ihre Weiblichkeit zu leben.