Dieser Brief  geht an Interessenten, Teilnehmer an Vorträgen und Seminaren sowie (ehemalige) Klientinnen und Klienten. Falls Sie irrtümlich in den Verteiler geraten sind oder diesen informativen Newsletter nicht mehr bekommen möchten, dann melden Sie sich bitte ganz einfach über den Link am Ende ab.

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Hypnose, Systemaufstellungen, Beratung und Coaching in Wittenberg

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn. ..."

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser!

Als ich dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke zum ersten Mal las, hatte ich das Empfinden, er hat es für mich geschrieben. Genau das, was ich erlebte und immer wieder erlebe, genau das benennt er hier.

Und er endet mit der Frage:
... "und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang."

Ja - was oder wer bin ich? Wer bist Du?
Wie gut kennst Du Dich? Welches sind Deine Stärken, Dein Potenzial? Was macht DICH aus?
Wahrscheinlich könntest Du eher Deine Schwächen aufzählen, als Deine Einzigartigkeit beschreiben. Und das vielleicht noch vor mehreren Menschen!

Immer wieder geht es um das große Thema SELBSTERKENNTNIS.
Sie ist DER Schlüssel zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Und die Stufen dahin gehen unweigerlich über Selbstwahrnehmung, Selbstannahme, Selbstliebe.

Erst dann sind wir wertvolle Väter, Mütter, Freunde, Chefs ...

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"Aus dem Nähkästchen geplaudert"

Hier wieder einmal eine Geschichte aus meinem eigenen (Er-)Leben.
Vielleicht erinnerst Du Dich, dass ich vor einigen Jahren Seminare und Workshops angeboten habe. Es blieb stets bei Gruppen mit geringer Teilnehmerzahl. Die Vorbereitung und das Marketing waren aufwendig und standen nicht im Verhältnis zu dem, was ich damit erreichen wollte. Noch dazu fehlten mir daraus resultierend Zeit und Energie für die Einzelberatungen.

Im letzten Jahr habe ich dieses Thema konsequent zu Ende gebracht. Zugegeben, mit etwas Wehmut habe ich die Unterlagen, Vorbereitungen und das ganze gute Material archiviert. (Mal schauen, wofür ich es doch noch nutzen kann.) Und ich habe meine großen Praxisräume gegen kleinere eingetauscht.
Mit dem Ergebnis: Erleichterung, Konzentration - und damit mehr Energie - für mein Haupttätigkeitsfeld, Zufriedenheit, innere Ruhe, mehr Zeit für das, was mir wichtig ist.

Und ganz nebenbei dämmerte es in mir, dass ich mich auf einen bestimmten Weg festlegen wollte, um meine Aufgaben, meine Lebensvision zu erreichen. Ich wollte mich mit Disziplin und Fleiß 'formen'. Welcher Schwachsinn! Dabei habe ich die einzigartigen Gaben des Lebens teilweise ignoriert.

Endlich begann ich wieder, Dinge, Gegebenheiten, Eigenschaften an mir und um mich herum anders wahrzunehmen und wertzuschätzen.

Was ich längst wusste (aus dem Denken heraus), begann ich zu verstehen. Ich nutzte natürlich die Hypnose, speziell die Selbsthypnose, stellte mir meine Themen auf, sei es mit Figuren oder auch Bodenankern. Und die Erkenntnisse (aus Seminaren, Vorträgen  und Büchern) der uralten Methoden wie dem Tarot, der Astrologie, schamanischer, buddhistischer oder hermetischer Weltsicht begannen ineinander zu fließen.

Erst dieses tiefe Verstehen ermöglicht mir nun immer besser das Offensein für das Leben.  Und wie aus einem Nebel tauchen Erkenntnisse auf. Manchmal macht es mich wirklich sprachlos. Aber vor allem dankbar.

Längst nutze ich diese uralten Methoden und Erkenntnisse daraus auch in der Beratung und im Coaching. Vor allem dann, wenn ich wahrnehme, dass mein Gegenüber etwas Bestimmtes von mir erwartet. Es ist oft der schwierigste Moment in der Beratung. Erwartungen sind "kopfgemacht" und blockieren das wirklich Mögliche. 
Außerdem sind da Hoffnungen. Ich möge doch helfen, den Trick zum Glücklichsein verraten.

Hoffnungen entspringen jedoch einer kindlichen Denkweise. Das heißt nicht, dass diese Einstellung oder das Verhalten, das daraus resultiert zu verachten oder abzuwerten wäre. Nein - einfach erst einmal erkennen: ja, hier übernehme ich gerade 'mal nicht die Verantwortung für mein Leben, meine Entscheidungen.

Für mich beginnt dann im Beratungsprozess eine Gratwanderung. Manchmal muss ich aktiv werden und schieben, anleiten, führen. Aber manchmal besteht mein Aktivsein einfach nur im Aushalten ... der Stille, der Blicke ... Und genau dort liegt der wirkliche Dienst, den ich dem Klienten in diesem Moment erweisen kann, ... er oder sie erkennt, und zwar mit allen Sinnen, Gefühlen und Emotionen: Ich wäre gern anders. Und nachfolgend:  Aber ich bin richtig und auf dem Weg. Ich kann, will und darf meine Fehler machen, daraus lernen und eine andere Richtung einschlagen.

Nur darum geht es, denn "... bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang."
Manchmal ist es nur ein kleiner, manchmal ein großer, aber immer ein entscheidender Schritt der Selbsterkenntnis.

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ATMAN - nur eine Ausstellung?

In das Thema Selbsterkenntnis reiht sich auch "ATMAN" ein. Vor einigen Wochen war ich in Berlin in dieser Ausstellung. Im Blog habe ich kurz davon berichtet.

Diese Bilder sind sehr groß, es sind ausschließlich Gesichter, der umgebende Raum ist dunkel. Und man sollte nah an die Bilder heran gehen. Genau dabei geschieht dann das Unglaubliche: man tritt in einen unwillkürlichen Dialog mit diesem fremden Menschen auf dem Bild.

Ich nahm bei der Betrachtung eines Gesichtes so etwas wie ein Sich-verstehen oder Sich-erkennen wahr. Bei einem anderen hinterließ die Güte und (scheinbar) liebevolle Zugewandtheit der fremden Person tiefe Eindrücke in mir.

Und dann war da das Gesicht des Mädchens. Es begann sich beim Betrachten zu verändern. Züge des Kleinkindes waren erkennbar, die einer reifen Frau und sogar die einer Greisin ...

Hier habe ich zum ersten Mal erlebt - nicht nur gesehen - dass scheinbar wirklich alles schon angelegt ist, wenn der Mensch geboren wird. Alles ist schon da.
Aber ist unser Leben auch vorbestimmt? Diese Frage ist - seitdem ich in dieser Ausstellung war - wieder einmal sehr in den Vordergrund gerückt. Und wie finde ich dann meinen vorbestimmten Weg?

Nach meiner Auffassung kann es nicht heißen, sich willen- und gedankenlos zu fügen. Schlenderjahn dem Vorzug geben, nach dem Motto - ich kann ja doch nichts tun.  Ich habe da eher ein inneres Bild von einem "vorbestimmen Platz". Auf dem kann ich gut leben. Von dem aus kann ich mich gut einbringen. Von hier aus kann ich mit meinen Ressourcen am effektivsten umgehen.
Daraus resultiert für mich: beobachten, wahrnehmen und handeln, um mich diesem Platz beständig anzunähern und ihn im günstigsten Fall zu finden.

Mit diesen Erlebnissen in der Ausstellung bestätigte sich für mich, was ich seit einiger Zeit mehr und mehr praktiziere: dem vertrauen, was sich manchmal als Gedanke oder Gefühl "einschleicht". Und es bedeutet natürlich erkennen, was mich gerade daran hindert, den Schritt - der sich da ankündigt - zu gehen. ... und das Hindernis aufzulösen. Das große Geheimnis daran ist genau dieses Auflösen. Das genau ist auch das Ziel jeder Beratung.

Du möchtest jetzt eine Empfehlung, ob Du in diese Bilderschau gehen solltest oder nicht?
Schau Dir die Seite und ev. die Videos an ... und lass Dich von dem, was in Dir aufkommt leiten. Aber wenn Du hingehst, dann ohne Erwartungen!
Übrigens brauchst Du nur ungefähr 1 Stunde Zeit dafür.

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Männer - Männlichkeit

Oje - ich als Frau wage mich an dieses Thema. Trotzdem - oder gerade deshalb?
Natürlich spreche ich hier in erster Linie auch aus der Sicht der Beraterin. Und ich möchte mit diesem kurzen Beitrag nur ein paar Fragen aufwerfen, zum Hinterfragen und Nachdenken anregen. In erster Linie natürlich die Männer. Aber auch die Frauen, damit sie die Männer anders wahrnehmen lernen (nicht besser verstehen! das geht so wie so nicht).

Eins zeigt sich immer wieder: Männer definieren sich oft über beruflichen Erfolg, körperliche Stärke, ihr Leistungsvermögen und emotionale Härte. Die Angst zu versagen - egal in welchem Lebensbereich - ist bei Männern wesentlich stärker ausgeprägt, als bei Frauen. Aber: sie wird nicht ausgesprochen, oft nicht einmal erkannt, weil nicht als solche wahrgenommen.

Als Schutzschild und Zeichen der Männlichkeit entwickeln sie emotionale Härte. Allerdings kann diese mehr schaden als nützen. Erlebtes, Erlittenes hinterlässt Spuren in der Seele. Das Abwenden bedeutet oft auch das Abtrennen von den ursprünglichen Kräften. Eine Barriere wird zwischen das was war und das Jetzt bzw. die Zukunft geschoben.

Auf den (Lebens-)Baum bezogen: Eine Platte wird zwischen Wurzeln und Stamm getrieben. Wie können sich in so einem Fall Äste und Zweige bilden und entwickeln, wenn der Stamm erst einmal sich damit beschäftigen muss, neue (oder Luft-) Wurzeln zu entwickeln oder sich anderweitig mit Energie zu versorgen?

Natürlich sollte sich der Blick immer nach vorn richten, in die Zukunft. Ja, es gibt für manches Misslingen die Ursachen auch in der Vergangenheit, in der eigenen wie auch der früherer Generationen. Nur Schuldige finden wir dort nicht. Es ist der (oft unbewusste) innere Blick, der an die alten Muster bindet.

Wahrscheinlich brauchte ich kaum zu erwähnen, dass man diesen inneren Blick in der Hypnose-Sitzung gut erkennen kann. Schon manchem Klienten ist er hier erst einmal bewusst geworden.
Und je nach dem, wie gut 'Mann' oder auch 'Frau' sich gegen seine (ihre) empfindsamen Seiten gestählt hat, resultiert der zeitliche Aufwand für den Blick-Richtungswechsel.
Das 'Aha' kann schon in einer 1-2-stündigen Supervisionssitzung erfolgen. Die wirkliche Öffnung hat natürlich wesentlich größere Chancen in der 3-tägigen Intensiv-Sitzung.

Übrigens unterliegen auch Frauen diesem Schema und diesen Ängsten. In unserer Zeit sogar mehr denn je. Wo ist die wahre Weiblichkeit auf der Strecke geblieben? ...

Aber dazu im nächsten Praxis-Brief, denn ich merke gerade, dass die Gedanken und Inhalte dazu soooo umfangreich sind. Also werde ich im nächsten Newsletter diese Themen noch einmal aufgreifen. Es geht dann also um Antworten zu den Fragen:
Was sind denn eigentlich die archaischen Eigenschaften des Männlichen und des Weiblichen? Und: gelten diese auch heute noch? Was könnte es uns bringen, wenn wir uns darauf besinnen?

Und bis dahin - lieber männlicher Leser, liebe weibliche Leserin - schule Dich in Deiner Wahrnehmung ... ohne zu (be-)werten! Das ist eine sehr preiswerte Übung und sie ist  jederzeit durchführbar.

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Noch ein Schlussgedanke:

Der Herbst geht zu Ende und mit ihm dieses Jahr. Eine gute Zeit, um auch persönlich Dinge zum Abschluss zu bringen. Ich freue mich, wenn Du auch dafür einige wertvolle Anregungen in diesem Brief gefunden hast.

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Zeit.

Herzliche Grüße
Monika

Wittenberg, den 12.11.2016

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